Über das Projekt

Feldfrische, unbehandelte und vor allem leckere Lebensmittel von der Ottensteiner Hochebene

Motivation

Ganzjährig Tomaten, die am Besten noch in einer Nährlösung statt in Erde gewachsen sind, machen sich gut im Supermarkt. Aber schmecken sie auch wirklich? Und wie sieht es mit den Nährstoffen aus? Mineralienverarmt und vitaminlos stärken sie nicht das Immunsystem, oder? Und das ist nicht nur in der Coronavirus-Zeit wichtig.

Lebensmittel sollen nahrhaft und lecker sein und uns Energie und Substanz für unser Leben geben. Doch heute sind Pflanzen häufig auf Leistung und Ertrag gezüchtet. Sie wachsen in einer Landwirtschaft, die chemische Dünger und Spritzmittel zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung einsetzen. Immer größere und spezialisiertere Betriebe entwickeln sich aufgrund der Marktgegebenheiten. Ihre Spezialisierung zieht immer einfältiger werdende Landschaften nach sich. Maschinen sollen leistungsfähiger und effizienter werden und werden dabei immer größer, breiter und schwerer. Der Boden wird immer dichter und ärmer.

Wir setzen hingegen auf knackfrische, gesunde Lebensmittel, die nach Leben schmecken. Und genau das möchten wir verbreiten. Außerdem möchten wir durch unsere einfache, aber vielfältige Landwirtschaft Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen sowie einen Erfahrungs-, Entwicklungs- und Bildungsraum für Menschen schaffen.

Im ökologischen Anbau ist der Boden das Kapital. Ist dieser locker und nährstoffreich, wachsen knackige und qualitativ hochwertige Lebensmittel fast wie von selbst. Erfahrungen aus Permakultur, biologisch-dynamischem und energetischem Anbau (Demeter), Market Gardening, No Gig (kein Umgraben) und Orga Urkult / Elektrokultur fließen mit ein: Beete sind immer als Dauerbeete angelegt und werden nicht gepflügt. Gründüngung mit Klee o.ä. ermöglichen die ständige Belebung und Bedeckung des Bodens bei gleichzeitigem Nährstoffgewinn. Effiziente und erprobte Anbau- und Erntemethoden ermöglichen eine zuverlässige Ernte für die Mitglieder.

Eine Handvoll Erde
Hühner

Gemeinschafts-getragene Landwirtschaft - Was ist das?

In einer Gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft ist die Landwirtschaft vom Markt und seinen Preisen entkoppelt. Die Lebensmittel werden in einem eigenen Wirtschaftskreislauf produziert. Der*die Landwirt*in widmet sich der nachhaltigen Agrarwirtschaft. Eine Gruppe von Konsument*innen teilt sich die Kosten des Teils des Hofes, der für die Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft bewirtschaftet wird und bekommt dafür die Ernte. Die jeweiligen Ernteanteile werden wöchentlich von den Mitgliedern abgeholt. So entsteht eine regionale Produktionskette. Hierbei wird nicht der Verkauf eines einzelnen Lebensmittels durch die Mitgliedsbeiträge finanziert, sondern alle Kosten, die eben anfallen. Die Mitglieder garantieren zugleich die Abnahme der Lebensmittel für ein Jahr, so dass die Arbeit in der Landwirtschaft sinnstiftend istDie Mitglieder erhalten Qualität, Regionalität, Transparenz und frische, leckere Lebensmittel. Die Landwirt*innen Planungssicherheit und Unabhängigkeit von Marktzwängen.

Mehr Infos zum Thema Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft, dass angelehnt an das Modell der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) ist, findest du unter www.solidarische-landwirtschaft.org.

Wie soll Gemeinschafts-getragene Landwirtschaft bei uns laufen?

Für die Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft haben wir den Verein Hof Dreyer e.V. gegründet. Dieser pachtet 1,2 Hektar Fläche auf der Ottensteiner Hochebene. Die Mitarbeiter bauen an, ernten und kümmern sich um die Organisation. Die Mitglieder zahlen einen Jahresbeitrag und holen dafür ein Mal wöchentlich ihren Ernteanteil im Dorf Baarsen (bei Bad Pyrmont) ab. Wer von weiter her kommt kann sich mit anderen Mitgliedern zusammenschließen und Fahrgemeinschaften bilden. Weitere Abholorte können von Mitgliedern z.B. unter einem Carport oder in einer Garage eingerichtet werden. So dass dann die Ernteanteile und Gemüsekisten z.B. in Bad Pyrmont, Lügde, Löwensen oder Hameln abgeholt werden können. Wenn das für dich wichtig ist, du Ideen dazu hast oder du einen Abholort initiieren möchtest, schreib uns das bitte.

Der Ernteanteil ergibt sich aus der gesamten jeweiligen Ernte, die für die Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft angebaut wurde, geteilt durch die Anzahl der Mitgliedsanteile. Zusätzlich bieten wir – freiwillige – Mitmachtage an einigen Samstagen, zu dem ihr über unseren Newsletter eingeladen werdet. Hier könnt ihr gemeinsam mit uns die Hände in die Erde stecken und tatkräftig mit anpacken. Je nach Saison steht immer wieder etwas anderes an. So wollen wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit bieten, ihr eigenes Gemüse zu pflegen und aufwachsen zu sehen. Das schmeckt nachher nämlich noch viel besser!

Der Mitgliedsbeitrag beträgt in 2021 960€ pro Anteil und (Wirtschafts-)Jahr. Das Wirtschaftsjahr beginnt am 1.4. und endet am 31.3. des Folgejahres. Der Beitrag kann jährlich oder in monatlichen (80€) Raten gezahlt werden. Ein Anteil ist darauf ausgelegt, zwei Personen für eine Woche mit Gemüse zu versorgen, wenn täglich gekocht wird. Es können bei Bedarf auch halbe Ernteanteile für 600€ pro Anteil und Jahr (50€ monatlich) erworben werden.

Dafür gibt es wöchentlich im Normalfall einen Korb oder einen großen Stoffbeutel voll leckeres, regionales Gemüse, viele verschiedene Salatsorten und Kräuter. Im Winter, bei schlechten Wetterverhältnissen oder Schädlingsbefall kann es aber auch mal etwas weniger sein. Ab Herbst 2021 kommen Kartoffeln und hoffentlich Getreide dazu. Mit chemisch unbehandeltem Getreide haben wir noch keine Erfahrungen, deswegen muss sich erst zeigen, wie groß die Ernte ist.

In der Regel gibt es ein Mal pro Woche einen Abholtag. Im Winter, meist zwischen Weihnachten und März, wird die Abholung in Abhängigkeit von der Witterung zwei-, drei- oder vier-wöchentlich sein. Dieses wird immer über den Newsletter mitgeteilt. Karotten, Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat, Wirsing, Kartoffeln, Topinambur und Getreide wird es voraussichtlich auch noch dann geben.

Das Programm soll in den folgenden Jahren auf Gemüse als “Standard”-Ernteanteil sowie Kartoffeln, Getreide, Honig und Obst (Zwetschgen und Äpfel) jeweils als Option geändert werden. Später folgen hoffentlich Fleisch und Eier als Optionen.

Transparente, unbehandelte Landwirtschaft

Wir wollen chemisch unbehandelt anbauen und Transparenz schaffen. Deswegen geben wir den Mitgliedern die Möglichkeit, den unbehandelten Lebensmittelanbau kennenzulernen und mitzuwirken. Freiwillig natürlich.

Wir verzichten auf Öko-Siegel und -Zertifizierungen und investieren die Zeit und das Geld lieber in die Qualität der angebauten Lebensmittel. Der Aufbau eines nährstoffhaltigen Bodens durch Anlage von eigenem Kompost und die Nutzung alter, samenfester Sorten stehen dabei im Vordergrund.

Um den Boden aufzubauen verwenden wir in der ersten Saison Kompost von der Stadt Bad Pyrmont. Dieser hat eine sehr gute Qualität. Wir nutzen ihn auch schon seit einiger Zeit in unserem eigenen Gemüsegarten. Er ist aber nicht Bio-zertifiziert oder ähnliches. Weiterhin wurde der Kartoffel- und Getreideacker bisher konventionell bewirtschaft. Zukünftig werden wir außer Kompost – und das möglichst bald eigenen – aber nichts weiter zuführen. Vor Schädlingen u.ä. schützen wir unsere Kulturen mit Insektenschutznetzen, Vlies und dergleichen.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Jens Dreyer

Jens Dreyer

Aufgewachsen auf dem landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb der Eltern in Neersen ging es nach der Schule erst den “klassischen Weg” mit angestrebter Karriere. Trotz – oder gerade wegen – einer Menge Höhen und Tiefen zeigt sich, dass Landwirtschaft als Schnittstelle zwischen Natur und Leben das sexieste ist, was es gibt. 

Tine Schäfer

Tine Schäfer

Als Tochter eines Jägers war der Kontakt zur Natur schon immer gegeben. Als Lehrerin, Mutter und sich immer bewusster werdende Frau kommen Gärtnern und Tiere immer wieder ins Leben. Neben dem Lebensmittel als nahrhafter Genuß spielt dabei die Schaffung eines Lebens- und Lernorts eine wesentliche Rolle.

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Leckeres Gemüse

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